30. September 2026
Glasfaser-Ausbau in Lippe: Förderantrag für neun lippische Kommunen gestellt

Der Kreis Lippe hat in Zusammenarbeit mit neun lippischen Kommunen einen Antrag für den geförderten Breitbandausbau gestellt - darunter auch Schlangen
Konkret nehmen an dem Förderverfahren die Städte Blomberg, Horn-Bad Meinberg, Lage, Lemgo, Lügde, Schieder-Schwalenberg sowie die Gemeinden Extertal, Leopoldshöhe und Schlangen teil. Der gemeinsame Antrag umfasst den Ausbau für rund 14.000 Adressen bzw. rund 16.800 Haushalte. Die geschätzte Fördersumme liegt bei ca. 56,7 Millionen Euro. „Jetzt heißt es: Daumen drücken! Eine Entscheidung über den Förderantrag wird bis Ende des Jahres erwartet. Sollte unsere Bewerbung erfolgreich sein, werden nach unseren Berechnungen in den Kommunen rund 600 Kilometer neue Glasfasertrassen verlegt. Weitere 170 Kilometer vorhandene Infrastruktur soll mitgenutzt werden“, erklärt Landrat Meinolf Haase.
Aufbauend auf der bereits seit Jahren bestehenden engen Zusammenarbeit haben Kreis und Kommunen die neue Fördermöglichkeit frühzeitig gemeinsam aufgegriffen. Seit Februar 2026 wurde der ohnehin bestehende Austausch hierzu nochmals intensiviert. In zahlreichen Gesprächen zwischen Kreis, Bürgermeistern und Verwaltungen wurden Ausbaukulissen, Förderbedingungen, Kosten und das weitere Vorgehen abgestimmt. Der Kreis Lippe bündelt und koordiniert das Großprojekt über seine Stabsstelle Digitalisierung. In den teilnehmenden Kommunen haben die Bürgermeister über die derzeitige Ausbausituation und die Kosten informiert. „Mit der effizienten Zusammenarbeit und der Abgabe des Förderantrages in Berlin steht der Kreis Lippe nunmehr vor einer entscheidenden Weichenstellung“, so Torben Blome, Co-Sprecher der lippischen Bürgermeisterkonferenz.
Hintergrund zum Glasfaserausbau
Das aktuelle Förderprogramm „Gigabit-Richtlinie 2.0“ des Bundesministeriums für Digitales und Staatsmodernisierung (BMDS) wurde am 31. März 2026 auf Bundesebene veröffentlicht. Antragsfrist war der 15. September. Je nach Finanzlage der beteiligten Kommunen liegt die Förderquote bei 85 bis 95 Prozent. Förderfähig sind alle Adressen mit Bandbreiten unter 300 Mbit/s im Download und unter 150 Mbit/s im Upload, die nicht durch einen Netzanbieter in den nächsten fünf Jahren mit höheren Bandbreiten versorgt werden.
Bürgermeister Marcus Püster unterstreicht die Bedeutung des Förderantrags für Schlangen:
„Für die Gemeinde Schlangen ist die Teilnahme an diesem Förderverfahren ein wichtiger Schritt.
Gerade in den Bereichen, in denen ein eigenwirtschaftlicher Glasfaserausbau durch die Telekommunikationsunternehmen auf absehbare Zeit nicht zu erwarten ist,
müssen wir nach anderen Möglichkeiten suchen, um eine leistungsfähige und zukunftssichere digitale Infrastruktur zu schaffen.
Für uns betrifft dies insbesondere zahlreiche Adressen in Oesterholz-Haustenbeck und Kohlstädt.
Schnelles und zuverlässiges Internet ist heute längst ein wichtiger Bestandteil der Daseinsvorsorge und ein entscheidender Standortfaktor – für Familien ebenso wie für Unternehmen und das Arbeiten von zu Hause.
